Ein Verkäufer blickt voller Stolz und Zuversicht in den Himmel.

Selbstmotivation Vertrieb: Wie motiviere ich mich?

12.04.2020 - Oliver Schumacher

Wie kann ich mich selbst motivieren? Was mache ich, wenn ich keinen Bock mehr habe? Wie kann ich meine Eigenmotivation bzw. Selbstmotivation steigern? Fragen, die wohl jeden früher oder später beschäftigen.

Gerade im Vertrieb ist Ihre Fähigkeit zur Selbstmotivation entscheidend. Denn, so hart wie es klingt: Wenn Sie über längere Zeit keine Eigenmotivation haben, um beherzt zu akquirieren und zu verkaufen, dann schnappt Ihnen im schlimmsten Falle Ihr Mitbewerber Ihre Kunden weg – oder zumindest den einen oder anderen Auftrag. Vielleicht lässt sich auch ein paar Wochen oder gar Monate Ihre Führungskraft in Ruhe. Aber spätestens dann, wenn die Vertriebskennzahlen nicht mehr stimmen, wird dieser mit Ihnen das Gespräch suchen – und eventuell Druck aufbauen.

Lesen Sie hier konkrete Tipps, wie Sie Ihre Selbstmotivation steigern und erhöhen. Denn wenn es mit der Eigenmotivation klappt, klappt auch vieles von alleine …

Selbstmotivation: Ständig gut drauf – muss das sein? Oder sind Durchhänger normal?

Es ist ganz normal, hin und wieder Durchhänger zu haben. Auch ich als selbstständiger Verkaufstrainer habe hin und wieder Durchhänger. Mangelnde Eigenmotivation macht sich bei mir durch folgende Verhaltensweisen bemerkbar:

  • Ich arbeite langsamer.
  • Ablenkungen sind für mich eine willkommene Abwechslung.
  • Gewisse Dinge, auf die ich keinen Bock habe, verschiebe ich.
  • Ein negativer innerer Dialog startet.
  • Der Tag ist halb rum – und ich habe nichts geschafft.

Die entscheidende Frage ist: Wie gehe ich damit um? Denn nach meiner Meinung darf ich nicht schlecht drauf sein, wenn ich auf der Bühne einen Vortrag halte – oder ein Verkaufstraining gebe. Stellen Sie sich mal vor: Sie buchen mich für eine Weiterbildung und ich beginne diese mit den Worten „Tja, liebe Leute – ihr habt Pech gehabt. Heute bin ich nicht gut drauf. Aber irgendwie bekommen wir das schon hin!“

Was davor und danach – außerhalb des Sichtfelds meiner Kunden passiert – ist etwas anderes. Da darf ich Motivationslöcher haben. Entscheidend ist nur, wie ich damit umgehe:

  • Ist es sinnvoll, jetzt meine Selbstmotivation zu steigern?
  • Soll ich einfach nach dem Motto „Warum sollte ich auch jetzt motiviert sein?“ weitermachen und die Arbeit erledigen?
  • Sollte ich etwas anderes tun?

Mein Motto: Profimodus, wenn es auf mich ankommt!

Wie gelingt bei mir der „Profimodus“ zur Steigerung der Eigenmotivation?

Wenn Sie in einem Restaurant mit mir essen gehen, dann erwarten wir beide auch, dass die Bedienung freundlich und engagiert ist. Böse gesagt: Uns – oder zumindest mir – ist es ziemlich egal, wenn die Bedienung zuhause Probleme hat. Ich will mit Ihnen Essen gehen und verlange Professionalität in einem Restaurant. Schlecht Essen könnte ich nämlich im Zweifelsfalle mit Ihnen auch bei mir zuhause.

Jeder ist dafür verantwortlich, wie dieser seinen Job ausfüllt bzw. erfüllt. An Unbeteiligten seine Probleme auszulassen, halte ich für nicht fair. Darum sollte jeder in der Lage sein, gewisse „Knöpfe“ bei sich drücken zu können, um seine Eigenmotivation zu steigern.

Um in den „Profimodus“ bewusst umzuschalten, denke ich „Stopp! Jetzt kommt es auf dich an! Andere vertrauen dir – jetzt wirst du gebraucht!“ Ich weiß nicht, ob Sie das auch können – vielleicht auch eine Übungssache. Doch ich wurde mit dem Glaubenssatz „Was denken die anderen“ erzogen – folgerichtig bin ich da sehr sensibel, wenn ich mit anderen in Kontakt bin.

Ganz wichtig: Erkennen Sie möglichst rechtzeitig, wenn Sie jenseits Ihrer Ansprüche sind – und entscheiden sich bewusst dagegen! Denn umso länger sie sonst vor sich herumdümpeln, umso schlimmer wird es meist.

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Wie können Sie Ihre „Knöpfe“ zur Aktivierung Ihrer Eigenmotivation finden?

Es gibt bestimmt etwas, was Ihnen Freude bereitet und Energie gibt. Bei mir wirken folgende Maßnahmen positiv auf meine Haltung und Motivation:

  • Gewisse Musikstücke (ich höre gerne Soundtracks von Marvel Filmen)
  • Komplett etwas anderes tun. Also mal auf der Autobahn anhalten und ein wenig spazieren gehen oder das Büro verlassen und rausgehen.
  • Mit ein Ziel setzen: Beispielsweise „Jetzt schreibst Du noch diesen Text fertig“ – und dann machst Du Pause.
  • Erkennen, dass nicht immer alles Spaß machen muss, sondern dass es eben auch viele Dinge gibt, die getan werden müssen.
  • Reden – nicht chatten(!) mit positiven Menschen. Also Griff zum Telefon, anrufen und „Hey, habe gerade an Dich gedacht. Was machst du so?“

Lernen Sie sich besser kennen: Was tut Ihnen gut? Erlauben Sie sich, sich öfters etwas Gutes zu tun!

Selbstmotivation steigern durch Disziplin

Mir helfen auch oft kleine Ziele. Beispielsweise „Heute will ich 3 Texte für meinen Blog schreiben“ oder „Diese 5 Kunden rufst du an, um x zu erreichen“. Wenn ich dieses Ziel geschafft habe, dann freue ich mich. Fühle ich mich gut, dann mache ich weiter. Sollte ich danach nur noch wenig Motivation haben, dann mache ich Feierabend – oder zumindest eine längere Pause.

Für mich habe ich festgestellt, dass ich besonders gut unter Druck arbeite. Bei diesem Druck handelt es sich immer um Druck von außen. Wenn meine Woche mit Terminen voll ist, dann arbeite ich wesentlich engagierter und beherzter. Vielleicht, weil ich es einfach gut finde, gebraucht zu werden. Wenn bei mir der Kalender leer ist, dann geht es mir eher schlecht – und ich habe viel mehr Motivationslöcher.

3 Faktoren für mehr Ausdauer, Leidenschaft und damit Motivation im Vertrieb

Zehn Jahre bin ich im Verkaufsaußendienst für die Markenartikelindustrie gewesen. Die ersten 8 Jahre haben mir am meisten Spaß gemacht – da war ich auch sehr motiviert:

  • Ich fand das, was ich verkauft habe, selbst super.
  • Durch den Leistungslohn wurde gute Arbeit honoriert.
  • Ich kam bei meinen Kunden an – und konnte gut verkaufen.

Natürlich hatte ich auch in diesen 8 Jahren mal Zweifel oder Frust. Aber schlimmer wurde es erst in den letzten 2 Jahren meines Angestelltenverhältnisses:

  • Ich war nicht mehr stolz, bei meinem Arbeitgeber beschäftigt zu sein.
  • Obwohl ich zu den besten Verkäufern gehörte, wurde mir eine Karriere verwehrt.
  • Ich fühlte mich schlecht informiert. Es gab zu viele Gerüchte. Mein Arbeitgeber sorgte nicht für eine klare Struktur und Perspektiven.

Letztlich habe ich dann die Notbremse gezogen – und gekündigt, um in die Selbstständigkeit zu starten. Doch daraus können Sie 3 Faktoren für Ihre Motivation ableiten:

  • Finden Sie wirklich geil, was Sie tun? Denn wenn Sie in Ihrer Arbeit nur einen Job sehen, und keine Mission, dann ist das Ganze schon etwas mühsam.
  • Haben Sie konkrete Ideen, wie Sie auch anspruchsvolle Situationen im Verkauf meistern können? Oder glauben Sie, dass das Risiko groß ist, immer wieder an den gleichen Situationen zu scheitern? Holen Sie sich Hilfe – intern oder extern. Es gibt auch tolle Bücher, Videos – und vieles mehr. Auch Verkaufstrainer! 😊
  • Haben Sie „Inseln“ in Ihrer Arbeit, wo Sie Kraft schöpfen können? Ich habe beispielsweise morgens immer gleich meine besten Kunden besucht – mit einem guten Auftrag in der Hand beginnt der Tag einfach ganz anders.

Sie können Ihre Selbstmotivation stark beeinflussen. Entscheiden Sie sich dafür, bewusster wahrzunehmen, was Ihnen guttut und Kraft gibt – und was nicht. Haben Sie auch nicht die falschen Erwartungen: Ein sorgenfreies Leben ist Illusion. Auch ich habe genügend Baustellen, die mir blöde Gedanken bescheren. Eine wichtige Lektion habe ich daraus gelernt: Ich gehe mehr in den Angriff, wenn sich etwas nicht so verhält, wie es eigentlich sein soll. Und ich traue mich auch öfter, Nein zu sagen. Reden Sie auch gerne mal mit Gleichgesinnten: Wie steigern andere ihre Selbstmotivation? Denn jeder trägt einen mehr oder weniger großen Rucksack mit sich. Wir sehen andere Menschen immer nur von außen – und wissen gar nicht, was in diesen vorgeht. Doch wir haben dann allzu oft falsche Vorstellungen – und Erwartungen an uns selbst.

Übrigens: Sollten Sie mal länger hadern und Zweifeln – suchen Sie auch das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten. Vielleicht wissen diese ja gar nicht, dass es Ihnen gerade nicht so gut geht – und können Sie daher nicht angemessen unterstützten. Sollten diese vollkommen bekloppt reagieren, dann ist dies auch eine wichtige Information für Sie, damit Sie eine gute Entscheidung für sich treffen können. Denn es ist Ihr Leben!

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