Ein Verkäufer sitzt im Auto und weint.

Außendienst Auto: Achtung, es wird ab 28.04.20 teuer!

25.04.2020 - Oliver Schumacher

Wohl jeder Mitarbeiter im Außendienst fährt mit seinem Firmenwagen (oder auch geschäftlich genutztem Privatwagen) weite Strecken. Mit dem Ziel, weniger Tote im Straßenverkehr beklagen zu müssen, werden nun die Grenzen für Verwarnungsgelder, Bußgelder, Punkte und Fahrverbot massiv nach unten geschraubt. So manch einer wird sich wohl auch fragen, ob dieser nun öfter lieber vom Homeoffice das Verkaufsgespräch führt – oder mit dem Auto zum Kunden fährt.

Fahrten mit dem Auto: Über 15 km/h wird es innerorts ärgerlich!

Ab 28.04.2020 gelten folgende Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts:

Bis 10 km/h: 30 Euro Verwarnungsgeld
11-15 km/h: 50 Euro Verwarnungsgeld
16-20 km/h: 70 Euro Bußgeld, 1 Punkt
21-25 km/h: 80 Euro Bußgeld, 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot
26-30 km/h: 100 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
31-40 km/h: 160 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
41-50 km/h: 200 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
51-60 km/h: 280 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbote
61-70 km/h: 480 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot
über 70 km/h: 680 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Fahrten mit dem Auto: Über 20 km/h wird es außerorts blöd

Ab 28.04.2020 gelten folgende Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts:

Bis 10 km/h: 20 Euro Verwarnungsgeld
11-15 km/h: 40 Euro Verwarnungsgeld
16-20 km/h: 60 Euro Verwarnungsgeld
21-25 km/h: 70 Euro Bußgeld, 1 Punkt
26-30 km/h: 80 Euro Bußgeld, 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot
31-40 km/h: 120 Euro Bußgeld, 1 Punkt, 1 Monat Fahrverbot
41-50 km/h: 160 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
51-60 km/h: 240 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
61-70 km/h: 440 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 2 Monate Fahrverbot
über 70 km/h: 600 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

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3 Ideen für das richtige Verhalten im Auto für den Außendienst

  • Schalten Sie Ihre Blitzer Apps ab. Denn Radarwarner als auch Blitzer Apps, die im Wagen genutzt werden, werden nun mit einem Punkt und 75 Euro bestraft.
  • Machen Sie sich einen Post-It an Ihr Armaturenbrett Ihres Fahrzeugs, damit Sie sich an die neuen Spielregeln bei der Geschwindigkeitsüberschreitung erinnern. Denn es passiert so manchen, dass man zum Tacho guckt – und sich wundert, wie schnell man doch tatsächlich unterwegs ist.
  • Lesen Sie hier weitere wichtige Änderungen auf der Seite des ADAC.

Die Gesetzesänderung ist zu einseitig ausgelegt

Ein Hauptgrund für die drastische Erhöhung der Sanktionen ist der Schutz von Fahrradfahrern. Andreas Scheuer (CSU) freut sich über dieses Gesetz, weil nun insbesondere “die schwächeren Verkehrsteilnehmer geschützt werden” würden. Aber mal kritisch gefragt: Wer schützt die Autofahrer und anderen Verkehrsteilnehmer vor gleichgültigen Fahrradfahrern, die die StVO nicht berücksichtigen? Dabei denke ich an welche, die Nachts(!) ohne Licht fahren, mit dem Handy telefonieren – oder ohne Handzeichen abbiegen.

Es ist mir ein Rätsel, wieso die Regierung Fahrradfahrer diskriminiert. Denn bei den niedrigen Strafen diesen gegenüber scheint die Politik davon auszugehen, dass jeder Fahrradfahrer arm ist. Wie ist es sonst zu erklären, dass ein Fahrradfahrer, der im Dunkeln ohne Licht fährt, bei dem es dann zu einem Unfall kommt, mit 30(!) Euro dabei ist? Oder fühlt sich die Regierung Fahrradfahrer gegenüber machtlos – und lässt sie deswegen in Ruhe?

Die Argumentation „Fahrradfahrer haben keine Knautschzone“ darf nicht dazu führen, dass Fahrradfahrer – zumindest im Verhältnis zu motorisierten Verkehrsteilnehmern – bei der Strafverfolgung und -bestrafung mit Samthandschuhen angefasst werden, wenn sie – oft auch mit Vorsatz – Fehler begehen. (Oder gibt es tatsächlich Fahrradfahrer, die nicht wissen, dass es falsch ist, im Dunkeln ohne Licht zu fahren?)

Ich gehe davon aus, dass die einseitige Erhöhung der Bußgelder bei den Autofahrern nicht dazu führen wird, dass die Anzahl der Verkehrstoten (2019: 3059 Personen) deutlich sinkt. Wenn diese noch weiter sinken sollen, sind

  • Fahrtauglichkeitstests aller motorisierten Verkehrsteilnehmer alle 3 Jahre erforderlich sowie auch
  • eine stärkere Verfolgung und Bestrafung von Fahrradfahrern und Fußgängern, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten.

Viel mehr befürchte ich, dass durch die einseitige Botschaft “Strafen für Autofahrer werden angepasst, Fahrradfahrer werden in Ruhe gelassen” das Weltbild von manchen Fahrradfahrern “Wenn mir was passiert, ist eh der “böse” Autofahrer schuldig” noch weiter verhärtet wird – und diese zu noch mehr Gleichgültigkeit im Straßenverkehr einlädt.

Erhöhen Sie Ihre verkaufsakive Zeit. Wie, dass erfahren Sie in diesem Beitrag.

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